Was zeichnet unsere Königinnen aus und welche Zuchtziele verfolgen wir?

Grundsätzlich wollen wir eine Biene halten und züchten, welche den regionalen Gegebenheiten angepasst ist. Wobei man sagen kann, eine Biene, welche mit dem oft rauhen Nordseeklima zurecht kommt, kann unsere Erfolge in milderen deutschen Gefilden sicher noch übertreffen.

Da die Biene immer im Kontext zu ihrem Imker gesehen werden muss, verzichten wir bei der Bewertung der Königinnen auf Ertragsangaben in Kilo-Zahlen, da diese immer mit vom Vorgehen des Imkers und seiner Betriebsweise abhängen und den angewanderten Trachten. Wenn wir unsere Königinnen bewerten und vergleichen, dann sind unsere Zucht- und Wirtschaftsvölker der Vergleich und nur Königinnen, welche über dem Durchschnitt ( der Durchschnitt ist für uns die Prozentzahl 100% ) von 100 % liegen, kommen als Nachzuchtwürdige Zuchtmütter in die engere Auswahl.

Diese Vorgehensweise der Zuchtwertschätzung setzt sich bei allen anderen Themen wie Vitalität, Sanftmut und Winterzehrung fort. Immer zählen die anderen Völker des Bestandes und dann unserer Imkerei als Vergleich und das durchschnittliche Ergebnis macht den Faktor 100 aus.

Unser wichtigstes Zuchtziel ist aber, eine Biene zu züchten, welche im Herbst früh aus der Brut geht - in diesem Winter 2013 war dieses Mitte/Ende November gegeben. Diese frühe Brutpause stoppt die Vermehrung der Varoamilben und hilft den Bienen über den Winter. Zum einen können sich nach der Spätsommerbehandlung mit Ameisensäure wenig Milben in der Folgezeit vermehren, zum Anderen können die Bienen bei früher Brutpause eher mit Oxalsäure nachbehandelt werden und in der Brutpause gibt es keine Vermehrung der Milben.

Wenn die Bienen dann noch über ein ausgeprägtes Putzverhalten verfügen - ein weiteres Zuchtziel, dann kann dieser Putztrieb dazu führen, dass im Winter an den Bienen sitzende Milben von anderen Bienen erkannt und beseitigt werden.

Nach einem Brutstopp ist es dann aber sehr wichtig, dass sich die Entwicklung des Volkes im Frühjahr sehr rasch und nachhaltig vollzieht. Die Völker müssen quasi in der Entwicklung explodieren. Denn die sicherste Tracht, auf jeden Fall hier im Norden, ist die Frühtracht. Kurze Wettereinbrüche muss die Biene dabei ignorieren. Ein schnelles Einstellen des Brutgeschäftes, wie es oft bei der Carnica vorkommt, ist nicht gewünscht, da dann oft die Bienenmasse fehlt, wenn die Tracht wieder einsetzt. Unsere Buckfast brütet stetig gleichmäßig dem Entwicklungshöhepunkt des Jahres entgegen. Sie ist somit immer bereit eine plötzliche Tracht einzubringen.

Unsere Buckfastlinie macht große starke Völker, aber ein Imker braucht mit ihr keine Angst zu haben, plötzlich vor einem unlenkbaren Schwarmtrieb zu stehen. Unsere Buckfast reagiert sofort auf kleinste Hilfen des Imkers, sollte sie einmal Anzeichen eines Schwarmtriebes zeigen. Selbst wenn Zellen angesetzt sein sollten, gebe ich als Imker dann dem Volk mehr Raum oder schröpfe mäßig zur Völkervermehrung, dann verschwindet die Schwarmstimmung sofort und teilweise werden selbst angesetzte Zellen ausgebissen und abgetragen. Im letzten Jahr hatten wir wirklich nur einen Schwarm, aber diesen als Folge eines übersehenen Zuchtrahmens in einem Zuchtvolk. Wer natürlich auf Schwärme steht, wird mit dieser Buckfast keine Freude haben. Manchmal fast schade, denn das Naturschauspiel Schwarm ist unvergleichbar. Aber zum Glück gibt es ab und an mal die Feuerwehr oder Polizei, welche um Hilfe beim Einfangen eines Schwarmes bittet.